Auszüge aus den Zuschriften an uns:



Christen brauchen keine Garnisonskirche. Nun ja, in Zukunft braucht Deutschland ohnehin noch viel weniger Kirchen. Die Frage ist doch wohl "Braucht Gott eine Garnisonskirche?" (Menschen sollten sich nicht so wichtig nehmen!) - Nein, braucht er nicht. ER braucht Menschen seines Geistes! Eine Kirche ohne, ist in der Tat nur ein Raum ohne jede göttliche Beteiligung. Welcher Christ braucht das schon. 
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Nur gemeinsam sind wir stark - aber die Initiative "Christen brauchen keine Garnisonkirche" ist innerhalb der Christenheit natürlich enorm wichtig, denn Huber und Co. haben jahrelang alles getan, den christlichen Widerstand gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ich bin noch ein Schüler von Gollwitzer und mit dem hätte sich der christliche Widerstand schneller und stärker gesammelt und artikuliert... tempi passati.
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Ich danke Ihnen für diese Initiative und die sehr gut formulierten und begründeten Argumente, die gegen einen Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam sprechen. Offen gestanden halte ich die Argumentation der Befürworter im Hinblick auf den Aufbau einer "Versöhnungskirche" für unglaubwürdig und vorgeschoben. Denn im nächsten Atemzug ist dann schon wieder sehr deutlich vom "Wiederaufbau der historischen Stadtmitte mit dem Drei-Kirchen-Blick" die Rede, das sagt doch eigentlich alles.
Und noch einen Aspekt möchte ich hinzufügen: der vom Bund angekündigte Zuschuss zum Wiederaufbau in Höhe von 10 Mio. Euro kommt doch nicht von ungefähr, wenn man sich vergegenwärtigt, dass in Geltow das Einsatzführungskommando der Bundeswehr untergebracht ist und die Bundeswehr selbstverständlich einen "würdigen Ort" für die Verabschiedung ihrer Soldaten in Auslandseinsätze benötigt und einen noch "viel würdigeren Ort", wenn diese in Zinksärgen wieder zurückkommen. "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!"
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Es ist die Aufgabe der evang. Kirche, anstatt das Symbol der kirchlichen Unterstützung des preußischen Militarismus wieder aufzubauen, an derselben Stelle als Neubau eine Friedens- oder Versöhnungskirche zu errichten.
In ihr soll – ähnlich wie in den schlesischen Friedenskirchen nach dem 30-jährigen Krieg – der Dank ausgedrückt werden für das unverdiente Geschenk des Friedens und der Versöhnung mit vielen der Nachbarvölker, nachdem Deutschland unendliches Leid über sie und die Welt gebracht hat. Ferner soll die Bitte nach Erlösung vom Geist des Militarismus zum Ausdruck gebracht werden, und die Versöhnung mit all den von Deutschland mit Krieg, Vertreibung, Gewalt oder Vernichtung überzogenen Völkern, aber auch mit den Gläubigen der anderen christlichen Kirchen, der Juden, der Muslims, der Atheisten (!), der Hindus, der Buddhisten, der Anhänger von Naturreligionen. Sie alle hatten unter den beiden Weltkriegen zu leiden! Es geht aber auch darum, zu dokumentieren, dass  wir zurückgefunden haben auf den Weg zum christlichen Glauben, der durch den Nationalsozialismus missbraucht und durch die „Deutschen Christen“ verraten wurde.
Eine solche Versöhnungskirche könnte zum zentralen Ort werden für die Friedensarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland, für die Versöhnung mit den anderen Völkern und Religionen.
Danke für Ihre Initiative!
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Es ist manchmal  nicht zu verstehen, wie wir mit unserer Geschichte umgehen. Und vor allem, dass Kirche mitmacht und vielleicht noch forciert.
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Ich denke Kirchenleitung denkt dann oft: Wenn da Leute sind, die eine Kirche wieder aufbauen wollen, dann natürlich gerne, wenn jemand Geld geben will nehmen wir es natürlich. Aber dass das Kirche und Gesellschaft schadet und nicht nutzt, spielt dann gar keine Rolle mehr. Und das Stichwort Versöhnung – das ist ja auch ein Missbrauch. Bitter.
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Es ist sehr gut, dass am Antikriegstag der Text rausgeht.
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Was haltet ihr davon, dass wir auch "konstruktiv" Vorschläge machen? Also, nicht nur feststellen, warum wir dagegen sind, sondern auch Gedanken äußern, was die Alternative auf diesem "leeren Fleck" in Potsdam wäre? Für mich ist das Paulinum in Leipzig ein gelungenes (sicher lange auch kontrovers diskutiertes) Beispiel. Und bei der Pauliner Kirche, die ohne Kriegsschäden und ohne Negativ-Geschichte zerstört worden ist, hätte ja ein Eins zu Eins Wiederaufbau besonders nahe gelegen, als Ausmerzung "der Schmach von 1968". 
So was Zukunftgewandtes, von Inhalt, Form und Nutzung, könnte auch an die Stelle der ehemaligen Garnisonkirche.
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Ich danke Ihnen für diesen sehr guten, geduldig-werbenden Text, und ich unterschreibe gerne.
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Der ruinösen Geschichte, die diese Kirche symbolisiert, entspricht am besten die Erhaltung einer Ruine, so wie es die Frauenkirche in Dresden jahrzehntelang war. Während es aber für deren Wiederaufbau schließlich doch gute Gründe gab, kann der negativen Symbolik der "Garnisonkirche" architektonisch nur etwas entsprechen, was Abbruch und Umkehr, nicht aber Wiederherstellung assoziieren lässt. … Der Bund der evangelischen Kirchen in der DDR war in den achtziger Jahren mit seiner Absage an Geist, Logik und Praxis der Abschreckung auf dem Wege, zu einer bekennenden Kirche des Friedens zu werden. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche erschiene mir wie die Wegmarke der Abkehr von dieser Tradition.
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Ich unterschreibe die Erklärung und hoffe, dass dieses falsche Symbol nicht kommt, es tät unserer Kirche gut.
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In den neunziger Jahren … Potsdamer KKR …, als wir, der KKR uns die Erklärung des GKR der Heilig-Kreuz-Gemeinde zu eigen machten, dass Potsdam keine Garnisonkirche, dafür aber lebendige Gemeindearbeit braucht - wozu es sinnvoller wäre, Gelder einzusetzen und Stellen zu schaffen, statt solche abzuschaffen.
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Lange hat es gedauert, bis sich die evangelische Kirche öffentlich und kritisch dazu äußert. Das hat mich verwundert, da die Garnisonkirche Potsdam gesamtgesellschaftlich höchst umstritten ist. Und ausgerechnet die evangelische Kirche soll geeint hinter diesem Projekt stehen? Die Idee eines Versöhnungszentrums könnte ich nachvollziehen, wenn es nicht so nebulös bliebe, wer sich hier mit wem versöhnen soll. Dass dieses Zentrum aber nur eine Täuschung der Öffentlichkeit war, wurde klar, als das Nagelkreuz durch die preußische Wetterfahne ersetzt wurde und das Internationale Versöhnungszentrum aus dem Nutzungskonzept verschwand. Die Kosten des Wiederaufbaus erinnerten mich stark an den katholischen Bischofs Tebartz-van Elst. Und solch ein Projekt will sich auch die evangelische Kirche leisten? Das konnte und wollte ich nicht begreifen. Schön, dass sich nun auch eine kritische christliche Stimme erhebt!
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Ein großes DANKE für diese Initiative und die guten Argumente!!! Damit helfen Sie diese unsägliche Potsdamer Geschichte ans Licht zu zerren und heben den Diskurs über die Garnisonkirche endlich auf das notwendige Niveau.
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Um es deutlich zu sagen, der Text der Erklärung - es ist ja noch nicht einmal ein Aufruf zum Protest - ist doch sehr unverbindlich und lässt vermuten, dass die Erklärung eigentlich nicht mehr, aber natürlich auch nicht weniger als ein persönliches Bekenntnis g e g e n den geplanten Kirchenneubau sein soll - das eigene Gewissen damit beruhigend!?
Auch die "Erläuterungen zur Erklärung" können mich in ihrer Aussage nicht zufrieden stellen, wenngleich sie eine Reihe guter Argumente liefern für eine sachlich geführte Auseinandersetzung mit der s.g. "Gegenpartei", also den Befürwortern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche.
Trotzdem werde ich das Anliegen der Erstunterzeichner zusammen mit meiner Frau weiterhin nach Kräften unterstützen und wünsche Ihnen, wie uns allen, trotz allen Zweifelns am Erfolg, viel Resonanz unter den Bürgern Potsdams, ja in ganz Deutschland - ob unter Christen, bei Bürgen anderen Glaubens oder Konfessionslosen, um diesem Irrsinn vielleicht doch noch Einhalt zu gebieten.
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Mögen die vielen wunderbaren Kirchen-Bauten bewahrt werden, die es im Land Brandenburg gibt. Dort ist auch Versöhnung leicht möglich. Aber die Garnison-Kirche wäre nur ein Mahnmal gegen jegliche Versöhnung. Sie kann nur fürchterliche Wunden aufreißen.